Künstler*innen

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Jasmine Guffond & Ilan Katin: Unpool, Teil I/II. 2020

„Unpool“ geht aus einer Beschäftigung mit der sogenannten „biotischen Pumpe“ hervor. Es beschreibt die klimatische und symbiotische Beziehung zwischen Wald und Ozean und verdeutlicht das menschliche Einwirken durch Waldrodung und Umweltzerstörung.

Die Grafiken im Video verweisen auf Kreisläufe von Wasser, Wetter und Energie. Blaue Wellen repräsentieren sowohl die Meereswellen als auch den Meeresspiegel und Sturmkreisläufe. Die beiden Kreise in der Mitte der Komposition stellen zwei topographische Ebenen des Planeten sowie die harmonischen Frequenzen der Erdtemperaturen dar. Bilder von Waldbränden und verschmutzten Ozeanen wurden in einen KI-Prozess eingespeist und verfremdet, um einen Eindruck der durch unseren technologischen Fortschritt erodierenden Umwelt zu zeigen.

Über die Künstler*innen:

Jasmine Guffond ist Künstlerin und Komponistin, die an der Schnittstelle sozialer, politischer und technischer Infrastrukturen arbeitet. Ihre Praxis umfasst Live-Performances, Aufnahmen, Klanginstallationen und maßgeschneiderte Browser-Add-ons. Durch die Sonifizierung von Daten setzt sie sich mit dem Potenzial von Klang zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischen politischen Fragen auseinander. In ihren jüngsten Projekten setzte sie digitale Technologien und die Ästhetisierung von Datenmaterial als Mittel zur Förderung von Diskussionen zu aktuellen Fragestellungen ein und produziert experimentelle Musik.

Ilan Katin ist bildender Künstler, der sich auf abstrakte Zeichnungen und Datenvisualisierung spezialisiert. Er arbeitet seit vielen Jahren mit Jasmine Guffond an der Entwicklung visueller Live-Performances. Seit 2018 engagiert sich Ilan Katin in der Blockchain-Kunst-Community und experimentiert mit neuesten Methoden zur digitalen Verarbeitung von Daten.

Arnold Haberl: Shower Song. 2020

Diese Solo-Partitur für die Duschkabine wurde 2009 geschrieben und 2020 im Wiener Kongreßbad aufgeführt. Sie ist aus Arnold Haberls Serie „For Your Ears Only„.

Wie der Titel dieser Reihe andeutet, ist „Shower Song“ (2009) nur für den oder die Interpreten/in hörbar und ist daher als intimes Hörexperiment zu verstehen.

Die Partitur kann hier als unlimitierte digitale Edition heruntergeladen werden.

Über den Künstler:

Der Komponist, Soundartist, Improvisator, Cellist, elektronischer Musiker noid /aka Arnold Haberl versteht seine Arbeit als Grundlagenforschung, die zu einer breiten Palette an widersprüchlichen Ergebnissen führt: Von Cello Solos und Tonbandstücken über Ensemblekompositionen und Improvisationspartituren über Performances mit elektronischen und hybriden Instrumenten bis zu Sound-Installationen, Videos und imaginärer Musik. Er hat als Programmierer zur Musik-Freeware „ppooll“ sowie der online Performance Plattform echoraeume.klingt.org/ beigetragen.

wechselstrom: LIQUID POOL. 2020

Das Künstler*innen Duo Wechselstrom (Christoph Theiler und Renate Pittroff) entwickelt Instrumente zur elektronischen Klangerzeugung und Modulation. Für ihre videokünstlerische Arbeit „Liquid Pool“ nutzen sie sogenannte Fluid Controls, die elektronischen Impulse auf Basis von Flüssigkeiten (Wasser) erzeugen. Das Grundprinzip dieser Instrumente beruht auf der Tatsache, dass Wasserlösungen einen ohmschen Widerstand haben. Je nach Dichte, Eintauchtiefe der Drähte und Abstand der Messelektroden entstehen elektronische Impulse, sie synthetische Klänge und digitalisierte Medien verzerren können.

In „Liquid Pool“ nutzen sie diese Technik zur Verfremdung und Dekonstruktion des Video- und Audiomaterials, das sie vor Eröffnung des Kongreßbads im Mai 2020 aufgenommen haben.

Über die Künstler*innen:

Das Künstler*innenduo wechselstrom beschäftigt sich vielfach mit Randbereichen der Kunst an den Schnittstellen zu Soziologie, Kommunikationswissenschaft und Technik.
Als Projekt 2004 von Christoph Theiler und Renate Pittroff gegründet, ist wechselstrom im 16. Bezirk Wiens beheimatet, wo sich auch der off space „galerie wechselstrom“ befindet.
Neben Arbeiten für Theater und Hörspiel sind wechselstrom in interdisziplinären Bereichen der Klanginstallation, Medien Kunst und Sozialer Skulptur aktiv.

Alex Zehtbauer: aquatic yodeling, no. 1-5. 2020

„aquatic jodeling“ gibt uns einen Vorgeschmack darauf, was uns bei Alex‘ Solo-Performance „Wet Dreaming at 52 Hz“ erwartet, die im Rahmen unseres Programms 2021 bei czirp czirp gezeigt wird. Seine sono-choreographische Arbeit untersucht das komplexe emotionale und auditive Bewusstsein von Walen und übersetzt Kernelemente ihrer ganz ursprünglichen Form der Fernkommunikation in das menschliche Schwimmbecken.

Dieser Beitrag ist eine Vorschau auf CLUB RADIOKOJE 2021.

Über den Künstler:

Alex Franz Zehtbauer ist Sänger, Sound Choreograf und Performance-Künstler. Im Zentrum seiner Arbeiten steht die Stimme als Vermittlerin im Tanz sowie der aquatische Körper in oft unheimlichen und überwältigenden Situationen.

Das Erste Ottakringer Blockflötengewitter: Wespen. 2020

Die Flöte: ein Instrument, das durchschnittlichen Österreicher*innen und Europäer*innen in der Schulzeit unter die Nase geschoben wurde, um den Erstkontakt mit Musik zu ermöglichen. Ob dies wirklich im Sinne der Grundschüler*innen war, bleibt fraglich. Dennoch ist in jedem von uns ein bleibender Eindruck geblieben.

Die Flötenrevue des Ersten Ottakringer Blockflötengewitters widmet sich dieses Instruments als Gruppe in frivoler und satirischer Formation. Sie aktualisieren unsere verstaubte Grundschulnostalgie im Kongreßbad mit 8-bit Gameboy Ästhetik.

Tempo Tempo Tempo statt Entspannung, wenn die Wespen im Hochsommer kreisen!

Über die Künstler*innen:

Das Erste Ottakringer Blockflötengewitter beweist, dass nicht alles, was man in der Kindheit gelernt hat, sinnlos war. Die hohe Kunst der Blockflöte wird von den Musiker*innen mit Gameboysound vereint in neuer Form wiederbelebt. Hier wird im wahrsten Sinne des Wortes, der Staub von alten Traditionen weg geblasen.

Alois Yang: Micro Loop Macro Cycle. 2018

Dieser Beitrag ist als Vorschau auf den CLUB RADIOKOJE 2021 zu verstehen und zeigt die für das Kongreßbad vorgesehene Arbeit des Sound Künstlers Alois Yang. Diese Arbeit konnte wegen Covid-19 leider nicht vor Ort stattfinden.

In „Micro Loop Macro Cycle“ als Serie von Installationen, Performances, Videos und digitalen Releases untersucht Alois Yang Umweltkreisläufe in dem er die klangliche Qualität des Wassers in unterschiedlichen Aggregaten veranschaulicht. Er lädt uns ein, unsere wechselseitige Abhängigkeit mit dem Element Wasser und neuer Technologien zu reflektieren. Wie stark sind Natur und Kultur in unserer unmittelbaren Umgebung verbunden?

Über den Künstler:

Alois Yangs Arbeit untersucht die Wahrnehmung von Zeit und Raum auf der „äußeren“ physischen Ebene und den „inneren“ metaphysischen Ebenen des Bewusstseins. Unsere Realität überschneidet sich zwischen Körper und Geist, objektiver Erklärung und subjektiver Projektion, dem Analogen und Digitalen sowie der Gewissheit und dem Unbekannten. Hierin manifestieren sich seine technischen und experimentellen Erkundungen des Klangs.