MEDIA AND SOUND POOL 2022

MEDIA AND SOUND POOL @kongreßbad

Projektlaufzeit: November 2021 – Juni 2022
Präsentation: 18./19.06.2022

Kooperationspartner*innen: The System Collective (Daniela Weiss, Jascha Ehrenreich)

Gefördert vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) und der Stadt Wien im Rahmen des gemeinsamen CALLS „Kunst und Kultur im digitalen Raum“.

Der MEDIA AND SOUND POOL @kongreßbad soll ein Archiv für zeitgenössische Musik und Sound Art werden, das durch den hybriden Raum einer Augmented Reality (AR) erlebbar ist. Im Rahmen der jährlichen Veranstaltungsreihe „Club Radiokoje“ lädt czirp czirp seit 2018 Künstler*innen dazu ein, sich mit dem Medium Wasser sowie den speziellen historischen und strukturellen Gegebenheiten im Wiener Schwimm-, Sonn- und Luftbad – dem Kongreßbad – auseinanderzusetzen.

Gemeinsam mit dem Artificial Museum (alias The System Collective um Daniela Weiss und Jascha Ehrenreich) erweitern wir nun in diesem neuen Projekt unsere Arbeit im virtuellen Raum und laden 5 Künstler*innen dazu ein, AR-Sound Arbeiten zu entwickeln. Gleichzeitig wird eine Browser-basierte Map des Schwimmareals zum virtuellen Archiv, um die vergangenen und zukünftigen ortsspezifischen Werke zu dokumentieren und mit der Geschichte des Bades langfristig zu verweben.

Das historische Bad, 1928 erbaut, wird in wenigen Jahren sein 100-jähriges Jubiläum feiern. In der Zeit bis dahin erweitern wir seine ehemalige Funktion als Radiostation, seine Geschichte als kulturellen Treffpunkt und Ort des Widerstands gegen das NS-Regime.

The System Collective wird die virtuelle Infrastruktur und Kartografierung der AR-Sound Arbeiten leisten. Sie werden eine Plattform zur Verbreitung zur Verfügung stellen sowie den ausgewählten Künstler*innen eine Einführung in web-basierter animierter Mediengestaltung anbieten.

PROJEKTZIEL

Mit dem MEDIA AND SOUND POOL @kongreßbad richten wir unsere Aufmerksamkeit auf den Schwerpunkt der Digitalisierung in der Kunst und immersive Formate für Sound Art und Musik (Spatial und Binaural Sound). Als interaktive Ebene zum realen Raum bieten wir eine Möglichkeit, um ephemere ortsspezifische Ereignisse zu kartographieren und auf sinnliche Weise lebendig zu halten. Wir untersuchen, wie neue Technologien Einfluss auf die künstlerische Arbeit nehmen, ihre Ästhetik, Formate und Sprachen bereichern. Als hybride Anwendung im virtuellen und realen Raum adressieren wir neue Zielgruppen in der analogen sowie digitalen Welt.

Mit dem System Collective haben wir eine Partnerin gefunden, der die digitale Weiterbildung im künstlerischen Feld wichtig ist und uns in diesem Punkt unterstützt. Durch die Zusammenarbeit können die Künstler*innen neue Fähigkeiten erwerben, mit denen sie auch in Zukunft weiterarbeiten können.

HISTORISCHER KONTEXT

Das Kongreßbad kennt den Wandel seit seiner Erbauung 1928 nur zu gut, hat es schon fast ein Jahrhundert europäischer Geschichte überdauert. Während sich die wilden Zwanziger am Freizeitbedarf der Arbeiter*innen der umliegenden Bezirke Ottakring und Hernals – damals produktiver Industrie- und Wirtschaftsstandort – orientierten, entwickelte sich das Freizeitbad in den 1930er Jahren zum kulturellen Treffpunkt Musikinteressierter. In der NS-Zeit blieben Musik- und Tanzveranstaltungen im Freibad Ausdruck des Widerstands.